Das Geheimnis der unfotografierten Hochzeit“- Eine Nachbetrachtung zum interaktiven Krimidinner

Für das Örtchen Löwenthal in schönen Unterfranken ist es ein besonderer Tag. Denn schließlich wird heute Hochzeit gefeiert und das auch noch zwischen Eva und Adam, den Spösslingen der beiden vermeintlich gut situiierten Familien Tiefzollern und Reusser-Bach. Dazu hat sich die Hochzeitsgesellschaft versammelt im Gasthaus „Zur fröhlichen Einkehr“, um hier im großen Saal dieses außergewöhnliche Ereignis zu feiern. Und natürlich soll der extra dafür engagierte Fotograf Waldemar Berg, der außerdem als freier Journalist tätig ist, dies alles für die Ewigkeit festhalten. Doch dann passiert es: als er sich verspätet und die leichtlebige und etwas zwielichtige Au-Pair Dame Tiffy nach ihm schauen  entfährt ihr ein lauter Schrei, denn sie findet Berg ermordet in seinem Zimmer.

Dies ist der theatralische Rahmen für „Das Geheimnis der unfotografierten Hochzeit“, dem esretn Krimidinner in Neuenstadt, veranstaltet vom Stadtmarketingverein „Wir für Neuenstadt“ im Bürgerhaus in Bürg.

Gerd Müller, der Autor und Initiator des Stückes, übernimmt die Rolle von Zeremonienmeister James und führt damit auch durch den Abend. Und er macht das grandios. Mit unglaublichem Wortwitz und ausgeprägter Spontanität gelingt es ihm, den 40 Gästen Lachsalven zu entlocken, er hält Spannung aufrecht und bezieht alle Teilnehmer mit ein, die zuvor in einer Spielbeschreibung ihre Rolle zugeweisen bekommen haben und diese teilweise so authentisch verkörpern, dass man sich tatsächlich inmitten des Geschehens wähnt.

Damit zu den Gästen: von soviel Mitspiel-Bereitschaft kann man wohl nicht bei jedem interaktiven Stück ausgehen, hier war sie aber allgegenwärtig. Es wurde miteinander diskutiert, alte „Feindschaften“ innerhalb der theatralischen Rollen brachen auf, gegenseitige Vorwürfe gehörten mit dazu. Die Ermittlungen der einzelnen Gruppen zur Aufklärung des Mordes waren in vollem Gange und Klischees als Bestandteil des menschliche Miteinanders wurden gelebt. Denn schließlich tauchten dann die Fragen nach dem möglichen Motiv auf: war Fotograf und Journalist Berg etwa einem Geheimnis auf der Spur, war Bestechung mit im Spiel oder gar Geldnot einer vielleicht doch nicht so vermögenden Familie wie vorgegeben und eine damit verbundene Erpressung? Welche Rolle spielt der Bürgermeister oder Tiffy, von der immer mehr Details aus ihrer noch jungen Vergangenheit ans Tagslicht kamen? Und was kann Walter Furtwängler zur Lösung beitragen. Er ist quasi zuhause im Gasthaus  „Zur fröhlichen Einkehr“, lässt ich natürlich auch nicht so einfach, weder von James noch von den Damen im Service rauskomplimetieren, denn schließlich ist er ja schon seit dem frühern Morgen dort und hat noch lange nicht genug Weinschorle bekommen um den Heimweg antreten zu können. Und natürlich kennt er alles und jeden in Löwenthal und ist damit ebenfalls gesuchter Anlaufpunkt der ermittelnden Hochzeitsgäste.

Bleibt nur noch die Frage nach dem Mörder, die wir beantworten sollten. Also, es war letztendlich klar, dass es nur... Ach wissen sie was, darüber hüllen wir den Mantel des Schweigens.

Es war ein außergewöhnlicher und vergnüglicher Abend, mit tollen Gästen, einem äußerst humorvoll und kompetent agierenden Gerd Müller und – darauf sollten wir auch noch hinweisen – einem klasse Helferteam von Mitgliedern und Freunden des Stadmarketingvereins.

Weitere Infos zu Krimidinnern in der Region finden Sie unter www.krimi-at-home.de

Datum und Uhrzeit: 23. Februar 2018, Einlass: 18.30 Uhr, Beginn 19.00 Uhr, Dauer ca 4 Stunden
Ort: Bürgerhaus in Neuenstadt-Bürg
Kosten: 45,00 Euro inklusive Essen und Begrüßungsgetränk. Sonstige Getränke werden separat berechnet.